Steigende Benzinpreise beim Tanken

Steigende Benzinpreise – Logistik im Krisen-Modus

Stark steigende Benzinpreise waren für die meisten Menschen das erste Anzeichen für die wirtschaftliche Krise. Die Logistikbranche bekam die Probleme schon eher zu spüren: Seit 2020 sind die weltweiten Lieferketten gestört. Nicht nur der Reiseverkehr war während des Lockdowns stark eingeschränkt, auch Frachtflugzeuge und Containerschiffe starteten häufig gar nicht erst. Zudem fuhren Fabriken in vielen Ländern ihre Produktion herunter. Dadurch gab es weniger zu liefern, viele Unternehmen mussten lange auf ihre Bestellungen warten oder sich anderweitig umsehen. Zwischenzeitlich hat sich vieles wieder gebessert, dann kam der Ukraine-Krieg.

Steigende Benzinpreise als Basis für Inflation

Mit Kriegsbeginn explodierten die Preise an den Zapfsäulen. Die Handelsbeziehungen zu Russland als Großlieferant für Öl und Gas verschlechterten sich, die fieberhafte Suche nach neuen Quellen begann. Was viele Privatleute vergessen: Nicht nur der tägliche Weg zur Arbeit wird durch steigende Benzinpreise teurer, sondern auch beispielsweise die E-Commerce-Logistik kostet dadurch mehr. Trotz aller Bemühungen ist die Transportbranche weit davon entfernt, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen. Flugzeuge brauchen Kerosin, Schiffe Schweröl und Lastwagen ihren Diesel. Ohne diese Treibstoffe geht es aktuell noch nicht.

Wenn sich die Transporte durch steigende Benzinpreise verteuern, werden automatisch auch die transportierten Waren teurer. Ganz zu schweigen von den Herstellungskosten, die in vielen Fällen ebenfalls an fossile Brennstoffe geknüpft sind. Natürlich könnten Logistikunternehmen sich entscheiden, ihre Dienstleistungspreise trotz der höheren Belastung nicht zu erhöhen, doch in vielen Fällen besteht keine Möglichkeit dazu. Die Unternehmen müssen gewinnbringend arbeiten, wenn sie „draufzahlen“, können sie nicht mehr existieren. Das wäre dann das Ende von vielen Arbeitsplätzen – und die Lieferketten würden durch steigende Benzinpreise noch mehr Schaden erleiden.

Kraftstoffpreise aktuell wieder auf Talfahrt: Bessert sich was?

Die Kraftstoffpreise haben jetzt, Anfang April 2022, einen vorläufigen Höhepunkt überschritten und sinken wieder langsam. Das Niveau bleibt aber weiterhin hoch, die Situation unsicher. Steigende Benzinpreise könnten jederzeit wiederkommen. Die deutsche Politik hat Preissenkungen auf den Weg gebracht, die bislang noch nicht beim Verbraucher und den Firmen angekommen sind. Diese Senkungen fallen vergleichsweise moderat aus, vor allem bezüglich des Diesels, der im Transportservice eine wichtige Rolle spielt.

Die Situation bleibt ungewiss, die Kraftstoffpreise volatil. Niemand kann vorhersagen, ob wir nicht doch wieder massiv steigende Benzinpreise erleben werden, und wenn die Kraftstoffpreise steigen, welche Auswirkungen das genau hat. Bislang ist der Logistikbranche stets gelungen, die Warenversorgung sicherzustellen, sie arbeitet auch weiterhin daran.

Insgesamt zeigt sich nun die Systemrelevanz dieses wichtigen Sektors: Ohne eine funktionierende Logistik bleibt wortwörtlich alles liegen. Und das muss verhindert werden.

Zukunftshoffnung: Löst die Krise eine grüne Welle aus?

Stark steigende Benzinpreise sind erst einmal ein großes Problem, sie können aber auch zum Hoffnungsgeber werden. Der Abschied von fossilen Brennstoffen ist ohnehin in naher Zukunft fällig, die aktuelle Krise könnte einen grünen Boom auslösen. Im besten Fall wird der Umstieg auf umweltfreundliche Energieträger und Technologien enorm beschleunigt, was nicht nur dem Klima guttut. Wir sichern uns auch eine größere regionale Unabhängigkeit, wenn steigende Benzinpreise dazu führen, dass wir die lokale Wasserstoffproduktion ankurbeln oder neuartige E-Fuels kreieren, möglichst CO2-neutral.

Das macht jedoch wieder eine Umrüstung der Flotten nötig, mal mehr, mal weniger tiefgreifend, je nach technischer Lösung. Investitionen werden fällig, und das mitten in einer krisengeschüttelten wirtschaftlichen Lage, befeuert durch steigende Benzinpreise.

Die grüne Welle wäre wünschenswert, doch bedarf sie großer Anstrengungen. Dann könnte sie uns aus der Krise katapultieren, die Lieferketten Stück für Stück wiederbeleben und unserem Planeten gleichzeitig die verdiente Erholung bieten. Steigende Benzinpreise wären dann einer Erwähnung nicht mehr wert, weil sie nicht mehr wichtig sind.

Steigende Benzinpreise: Technische Innovationen und neue Ideen gefragt wie nie

Krisen waren schon immer der Motor für Neues. Ein Umdenken findet statt, neue Ideen kommen auf, wir hinterfragen alte Gleise und eingefahrene Wege. Die Digitalisierung kann uns die nötige Agilität geben, um effektiv auf die Probleme zu reagieren. Aufgrund des globalen virtuellen Netzes haben wir heute einen hervorragenden Überblick über die Transportbewegungen dieser Erde.

Wir richten unsere Augen nicht mehr nur auf einzelne Lieferketten, sondern sehen das große Ganze und haben so viel mehr Chancen, das System zu verändern. Wir können es dynamischer gestalten, effektiver und flexibler. Die Digitalisierung ist in dieser Situation also eine perfekte Basis, um gezielte weltweite Veränderungen möglich zu machen. Wenn dann in Zukunft wieder Krisen und steigende Benzinpreise auf uns zukommen, sind wir weit besser gerüstet, weil wir schneller auf die Probleme reagieren können.

Steigende Benzinpreise: Warenlager nehmen an Bedeutung zu

Die derzeitige Krise beinhaltet nicht nur steigende Benzinpreise, sondern auch temporäre Ladenschließungen, die in Zukunft vielleicht wieder drohen könnten. Geschlossene Geschäfte befeuern den E-Commerce, immer mehr Ladenbesitzer fahren zweigleisig oder sie haben sich komplett auf Online-Shops verlegt. Dadurch wird die Lagerhaltung immer wichtiger. Ein gut gefülltes Lager hilft auch dabei, Lieferschwierigkeiten zu überbrücken und das Geschäft während kurzzeitiger Krisen aufrecht zu erhalten.

Investoren entdecken Infrastruktur als Kapitalanlage

Eine weitere interessante Entwicklung haben uns steigende Benzinpreise und deren Begleiterscheinungen gebracht: Investoren entdecken verstärkt die Infrastruktur als Kapitalanlage. Terminals, Häfen und Warenlager wurden für die Spekulanten zu besonders attraktiven Zielen, weil solche Anlagen auf Langfristigkeit abzielen. Die Renditen gelten als stabil, damit lässt sich das Geld über die nächste Krise retten. Bei Engpässen fließt oft sogar noch mehr Kapital.

Die Investitionen könnten wiederum angeschlagene Logistikunternehmen konsolidieren und zerbrochene Kooperationen wiederbeleben. Wir von ECL finden daher, dass steigende Benzinpreise nicht das Ende von allem sind, sondern dass sie auf breiter Linie zu einem neuen Anfang führen können.